Ego photographica, ergo sum

Published: 2 Tagen agoNew

Eventerfahrungen

Ein „Photowalk“ mit Auftrag ist schon was besonderes.

Wie schon erwähnt gibt es in unserer kleinen Gemeinde immer mal wieder kulturelle Schmankerl. Ich war diesmal weniger zum genießen als eher als Fotograf unterwegs. Die Kulturreferentin hatte mich angefragt Bilder zu machen – kann die Gemeinde ja immer mal brauchen. Das war für mich mal wieder eine passende Gelegenheit mit der Kamera loszuziehen um ein paar Impressionen einfangen zu können. Da es zu viele unterschiedliche Veranstaltungen gab, hab’ ich noch meinen Sohn Pascal motiviert mitzugehen, so konnten wir uns die diversen Event aufteilen.

20140927 LNdL 0972

Die besondere Herausforderung war neben Low Light und High ISO natürlich die Atmosphäre einzufangen. Was für Bilder interessieren die Leser einer Zeitung oder Besucher einer Website wenn sie sich über den Event informieren? Da es sich hier um Lesungen von Lektüre handelte gab es keine/wenig „Aktion“ die man hier einfangen kann. Emotionen muss man also anders suchen und finden. natürlich sollen die Vortragende in Szene gesetzt werden, natürlich soll die Atmosphäre in dem Raum eingefangen werden. Auch sollten Lesungen mit eher weniger Zuschauer so in Szene gesetzt werden, dass man dies nicht gleich merkt.

20140927 LNdL 1095

Unsere Strategie war es daher mit eher eher längeren Brennweiten zu arbeiten und den Raum zu komprimieren. Oder dann mit dem Weitwinkel eine Totale des Raums, ggf. mal auch die Vortragenden von hinten ins Publikum (Was dann aber idR nicht funktionierte).
Zu den Herausforderungen gehören aber auch Mikrofone und Leselampen die einem unnachgiebig entgegenscheinen und einen zur Verzweiflung bringen, Wasserflaschen, Lampen etc. etc.. Also alles was einen bei der Komposition zum Wahnsinn bringen kann.

20140927 LNdL 1071

Ein weiterer Punkt der mich deutlich genervt hat war meine Kamera. Die letzten paar Wochen experimentiere ich mit dem M-Modus bei Auto-ISO. Dabei wählt man über das Finger-&Daumenrad Blende und Zeit und die Kamera packt die passende ISO dazu. Der Vorteil liegt darin, dass man sich komplett auf die Komposition und den Moment konzentrieren kann. Allerdings scheint bei NIKON hier dann die Belichtungskorrektur nicht mehr zu funktionieren – jedenfalls hatte ich am Ende super hell ausgelichtete Bilder. Nur die Lichtstimmung ist damit irgendwie zum Teufel.

20140927 LNdL 1118

Was ich nicht gebraucht habe war mein Blitz! Ich bin komplett ohne künstliches Licht ausgekommen. Was nicht immer einfach war und was mich bis in den ISO 4000 Bereich zwang. Was aber am Ende ehrlich gesagt niemand interessieren wird – die Bilder kommen (wenn überhaupt) nur in verkleinerter Version ins Internet oder in den Druck. Rauschen hin – Rauschen her – das sieht dann kein Mensch mehr!

20140927 LNdL 1200

Als Equipment hatte ich dabei. D600, 20mm, 50mm und 85mm. Ich hab’ mich einwenig geärgert – hätte ich doch noch die D3300 im Schrank liegen gehabt! In Kombination mit einem UWW für DX (was ich nicht mehr habe…) wäre das eleganter gewesen als ständig das Objektiv umzuschrauben. Auch das 105er anstelle dem 85er wäre für den nächsten Event eine Alternative. Ach ja – Alle Bilder hier sind im Wesentlichen OoC, d.h. lediglich ein zartes entrauschen und schärfen in Lightroom, nothing else!

Mir gefallen alle Bilder. Ein paar anderen auch. Mehr muss nicht sein. Oder?

Diese Diashow benötigt JavaScript.

 

Published: 3 Tagen agoNew

[4mal13ist2014 - Geräusche] Nachdenkliches

Auch eine kleine Gemeinde kann große Kultur haben!

Letztes Jahr gab es „Die lange Nacht der Musik“, dieses Jahr „Die lange Nacht der Literatur“. Für eine Gemeinde mit ca. 15.000 Einwohnern ist das schon großes Kino. Der Organisation und den Ausrichtern zolle ich hierfür meinen größten Respekt. An unterschiedlichsten Orten wurden Kindergeschichten, Kriminalgeschichten, Historien oder einfach Geschichten aus der Vergangenheit vorgelesen und vorgetragen. Persische Verse, bayrische Schmankerl oder Gedichte von Heinz Erhard haben zum reinhören, verweilen und nachdenken eingeladen. Auch in der evangelischen Minderheitenkirche wurde eine Mixtur aus Jazz und Bibeltexten angeboten. Naturgemäß waren die Texte hier noch nachdenklicher.

20140927 LNdL 1071

Komplett OoC, nur RAW2jpg und fertig.

 

 

Published: 4 Tagen ago

Fotoauftrag Paris

Ab und an kommt es vor, dass man mit einem konkreten Auftrag auf die Straße geschickt wird. In dem Fall kam der Auftrag von meiner Tochter: Ein Bild vom Eiffelturm mit einem großen roten Regenschirm drauf. Aha!

Also ein Colorkey Bild, der Eiffelturm in SW usw.

Hm, wer schon mal in Paris war, der wird wissen: Den Eiffelturm bekommst du nie alleine ins Bild. Da sind mindestens 13453563 andere Touristen mit drauf.

Aber man kann auch ein klein wenig Glück haben. In dem Fall dann nicht der Eiffelturm sondern der Arc de Triumphe. Zwar nicht ganz ohne die Touristen – aber fast ganz ohne Autos. Und nur mit einem roten Peugeot. Hat so auch gepasst.

Auftrag erfüllt!

20140812 Paris 9784 small

Published: 6 Tagen ago

ISO 25600 boah ey!

Hey, deine XYZ ABC3000 Kamera ist doch ab ISO 800 total mies! Im letzten Test in der FotoGeeks Zeitung hat die gegen meine R.O.T.Z 5000 total abgestunken! Meine 5000er macht locker ISO 25600 ohne Probleme!

So was oder so was ähnliches schon mal gehört? Digitaler Foto-Schwanz-Vergleich wurde sowas schon mal genannt. Tja…

Ich will es mal anders formulieren – mir ist dieses verrauschte und vielleicht nicht 100%ig scharfe Bild tausend mal lieber als gar kein Bild von meinem frisch geborenem Sohn. Nur der Inhalt und die Geschichte zählen.

20140923 SvenGeburt 0122

Published: 7 Tagen ago

Man kann nicht nicht gewinnen!

Die Tage kam die Mitgliedszeitung meiner (gesetzlichen) Gesundheitskasse an. Der Titel „Mannomann! – Endlich verstehen, was Männer anders macht“ hat mich jetzt nicht wirklich angemacht. Trotzdem habe ich mal durchgeblättert (ist ja es selten genug, dass man noch analog liest) und bin dann doch an einem Satz hängen geblieben.
„Männer wollen sich messen“ und weiter „Denn Männer haben immer Spaß daran, sich mit anderen zu messen, während bei Frauen oft der Gesundheitssport im Vordergrund steht“.
Naja dachte ich, mag sein – bei anderen. Wer 10 Jahre lang aktiv Tai Chi gemacht hat, der sieht im Sport keinen Wettbewerb mit mit anderen mehr, hier „kämpft“ Mann gegen sich selbst. Also nicht mein Thema.

Aber es ist wohl doch mein Thema!

Vor ein paar Tagen kamen die Ergebnisse eines Fotowettbewerbs an dem ich teilgenommen habe raus. Auf Grund einer Vorankündigung war mir bekannt, dass ich nicht unter den Platzierten war. Ein besonders extrovertierter Mitstreiter hat seine Platzierung sehr früh rumgeplaudert – und der Vergleich seiner Bilder mit meinen war für mich persönlich jetzt eher so „Aha!“. Also war ich auf die anderen Platzierungen gespannt! Da müssen ja Hammerbilder dabei sein! Als dann die Siegerbilder veröffentlicht wurden war ich dann sehr überrascht.

Irgendwie ist Geschmack ja subjektiv. Und Fotografien können auch interpretativ sein. Und sicherlich gibt es auch persönliche Tagesformen der Juroren und 1000 andere Gründe warum genau diese Bilder „besser“ sind als meine.
Und ja! Ich habe mich im ersten Augenblick aufgeregt. Sehr sogar. Unheimlich. Weil ich die Erklärung der Jury nicht verstehen konnte, weil ich in den Bilder was ganz anderes gesehen habe. Weil ich in dem ersten emotionalen Moment nicht offen auf die Bilder zugegangen bin.

Ein kleiner Spaziergang hat mich von Überraschung zu den Wettbewerbsgewinner abgelenkt. Und mir ist ein Spruch von Paul Watzlawick in den Sinn gekommen: „Man kann nicht nicht kommunizieren“. Also selbst wenn ich nichts sage transportiere ich trotzdem eine Nachricht.

Und so ist es auch bei einem Wettbewerb: Man kann nicht nicht gewinnen!

Selbst wenn ich nicht platziert bin, selbst wenn ich nicht den Ruhm erhalte den ich geglaubt habe zu erhalten, selbst wenn ich nicht die Bestätigung erhalte die ich erhofft hatte – ich verliere nicht!

Ich bekomme eine externe Meinung: Dein Bild war in diesem Kontext nicht gut genug. Eine Erfahrung die weh tut, eine Erkenntnis die man verdauen muss – vor allem wenn man von seinem Bild sehr überzeugt ist. Wenn man das Gefühl hatte: Yes! Wenn auch andere einem das Feedback geben: “Hey! Super! Passt!“. Wenn man andere Serien sieht und klar erkennt: Nee. Da fehlt was. Aber auch wenn man andere Bilder sieht und neidlos anerkennt: Ups! Richtig gut!
Schade ist nur: Mir wird niemals jemand sagen: Genau DAS fehlt an deinem Bild, genau HIER musst du dich weiterentwickeln.

Aber noch etwas musste ich aus meiner Enttäuschung lernen, etwas was noch viel wichtiger ist: Ich lerne die Meinung anderer über meine Bilder nicht ernst zu nehmen.

Also: Aufstehen, Krone zurechtrücken. Weitermachen.

Juroren? Pffff!